[News] Call for Papers „Un:Sicherheiten in der Krise“ (NKG 2023)
Janina Dobrusskin
janina.dobrusskin at tu-dresden.de
Wed Aug 24 05:20:28 CEST 2022
Liebe Liste,
im Rahmen der NKG 2023 in Halle (Saale) möchten wir gern eine Sitzung zu
„Un:Sicherheiten in der Krise - Wie können raumbezogene Konzepte und Analysen von Sicherheiten und Unsicherheiten zur Bearbeitung von Krisen beitragen?“
organisieren und suchen nach Beitragsvorschlägen, die sich mit den im Call aufgeworfenen Themen auseinandersetzen, work-in-progress vorstellen oder Forschungsergebnisse zur Diskussion stellen wollen. Wir freuen uns auf Einreichungen bis zum 22.09.2022.
Viele Grüße,
Kristine Beurskens und Janina Dobrusskin
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Call for Papers, NKG 2023, Halle (Saale)
Un:Sicherheiten in der Krise - Wie können raumbezogene Konzepte und Analysen von Sicherheiten und Unsicherheiten zur Bearbeitung von Krisen beitragen?
Krisen und Konflikte bringen Unsicherheiten mit sich. Diese Unsicherheiten sind nicht nur in ihrem Ursprung und ihrer Ausprägung sehr verschieden, sie sind auch von unterschiedlichen Raumbezügen gekennzeichnet. So breiten sich Krisen, Konflikte und ihre vielseitigen Effekte nicht nur räumlich in verschiedenem Maße aus. Noch weiter differenziert ist die räumliche Zuschreibung und die subjektive Wahrnehmung ihrer verunsichernden Wirkungen, denen - oftmals ebenfalls raumbezogene - Ansätze zur Bewahrung oder Herstellung von Sicherheit gegenübergestellt werden. Diese Ansätze reichen von Imaginationen über diskursive Aushandlungen bis zu konkreten Praktiken.
Untersuchungen zu raumbezogenen Aspekten von Sicherheit und Unsicherheit sind seit längerem ein Fokus in der Humangeographie. Während die politische Geographie vor allem geopolitische Fragen der Sicherheit auf inter-/nationaler Ebene in den Blick nimmt, wird in Zweigen der Kultur- und Sozialgeographie vielfach eine feministische (geopolitische) Forschungsperspektiven genutzt, womit die Betrachtung von subjektorientierten, verkörperten Aspekten von Sicherheit zugenommen hat. Damit ist die Auseinandersetzung mit Fragen von Verunsicherungen und Sicherheitsherstellung im Alltag stärker ins Interesse der Forschungen gerückt, siehe bspw. Beurskens/Miggelbrink 2020; Botterill et al. 2019, 2020; Dobrusskin/Helbrecht 2021; Genz et al. 2021; Hopkins et al. 2019; Hörschelmann/Reich 2017; Renner et al. 2022.
Diese Perspektiven wollen wir nutzen, um in einer Sitzung auf der NKG 2023 zu fragen: Wie können raumbezogene Konzepte und Analysen von Sicherheiten und Unsicherheiten sowie daraus gewonnene Erkenntnisse unser Verständnis der gegenwärtigen Krisen und Konflikte erweitern und zu ihrer Bearbeitung beitragen?
Uns interessieren Ansätze zu diesen und sich anschließenden Fragen:
* Wie können Analysen und Erkenntnisse zur raumbezogenen Verbreitung und Wirkung von Un:Sicherheit über verschiedenen Skalen hinweg dazu beitragen, das Wissen über die Verwobenheit von Krisenwirkungen zu erweitern?
* Wie können insbesondere subjekt- und alltagsfokussierende emotionale Geographien unser Verstehen von individuellen oder kollektiven lokalen Krisensituationen vertiefen und zu ihrer Bewältigung beitragen?
* Welche Erkenntnisse gibt es über die Raumbezogenheit der Vermittlung von Sicherheiten und Unsicherheiten (über Praktiken, Imaginationen, Diskurse, ...) die uns die Herstellung von Krisenrelevanz/-haftigkeit besser verstehen lassen?
* Wie kommen die in der Vermittlung von Un:Sicherheit dargestellten/ wahrgenommenen Nähen und Distanzen zu Krisen und Konflikten zum Tragen und damit das Gefühl einer individuellen Involviertheit als Grundlage für die Notwendigkeit der Bearbeitung?
* Wie können intersektionale raumbezogene Ansätze zur Erforschung von Sicherheit und Unsicherheit beitragen, die Vielschichtigkeit von Sicherheit und Unsicherheit auf subjektiver und alltäglicher Ebene besser zu verstehen?
* Wie wirken sich eventuelle Gleichzeitigkeiten von individuellen Bedürfnissen nach Freiheit und Sicherheit in der Bearbeitung von Krisen aus?
* Wie können raumbezogene Forschungen unser Krisenwissen erweitern und ggf. Ansätze einer Resilienz durch Erfahrungswissen hervorbringen?
Für den Austausch zu diesen Fragen suchen wir nach Beitragsvorschlägen, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen, work-in-progress vorstellen oder Forschungsergebnisse zur Diskussion stellen. Wir bitten um Einreichungen (Abstracts von 200-300 Wörtern) bis zum 22.09.2022 an Janina Dobrusskin, Geographisches Institut der Technischen Universität Dresden (janina.dobrusskin at tu-dresden.de) und Kristine Beurskens, Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) (k_beurskens at leibniz-ifl.de).
Literatur
Beurskens, K.; Miggelbrink, J. (2020): Geographien der Unsicherheit: Bürgerwehren an der ostdeutschen EU-Binnengrenze. In: Naumann, M.; Becker, S. (Hrsg.): Regionalentwicklung in Ostdeutschland. Dynamiken, Perspektiven und der Beitrag der Humangeographie. Berlin: Springer Spektrum, 71-82, https://doi.org/10.1007/978-3-662-60901-9_6 [X] <javascript:> .
Botterill, K.; Hopkins, P.; Sanghera, G. (2019): Young people’s everyday securities: pre-emptive and pro-active strategies towards ontological security in Scotland. In: Social & Cultural Geography, 20, 465-484, https://doi.org/10.1080/14649365.2017.1346197 [X] <javascript:> .
Botterill, K.; Hopkins, P.; Sanghera, G. (2020): Familial geopolitics and ontological security: intergenerational relations, migration and minority youth (in)securities in Scotland. In: Geopolitics, 25, 1138-1163, https://doi.org/10.1080/14650045.2018.1512098 [X] <javascript:> .
Dobrusskin, J.; Helbrecht, I. (2021): Anerkennung und ontologische (Un-)Sicherheit von migrantischen Care-Arbeiterinnen in Singapur: Zur Bedeutung von Sichtbarkeit und Zugehörigkeit. In: Geographica Helvetica, 76, 425-436, https://doi.org/10.5194/gh-76-425-2021 [X] <javascript:> .
Genz, C.; Pohl, L.; Dobrusskin, J.; Helbrecht, I. (2021): Geopolitical Caesuras as Time-Space-Anchors of Ontological (In)security: The Case of the Fall of the Berlin Wall. In: Geopolitics, 1-24, https://doi.org/10.1080/14650045.2021.1912021 [X] <javascript:> .
Hopkins, P.; Hörschelmann, K.; Benwell, M. C.; Studemeyer, C. (2019): Young people’s everyday landscapes of security and insecurity. In: Social & Cultural Geography, 20, 435-444, https://doi.org/10.1080/14649365.2018.1460863 [X] <javascript:> .
Hörschelmann, K.; Reich, E. (2017): Entangled (In)Securities: Sketching the Scope of Geosocial Approaches for Understanding “Webs of (In)Security”. In: Geopolitics, 22, 73-90, https://doi.org/10.1080/14650045.2016.1214821 [X] <javascript:> .
Renner, N.; Miggelbrink, J.; Beurskens, K.; Zitterbart, A. (2022): Schengen Borders as Lines that Continue to Separate? Media Representations of Pandemic Dimensions of Insecurity in Eastern German Border Regions to Poland. In: Journal of Borderlands Studies, 1-22, https://doi.org/10.1080/08865655.2022.2039265 [X] <javascript:> .
Janina Dobrusskin
TU Dresden
Institut für Geographie
Professur für Humangeographie
01062 Dresden
Büro:
Hülsse-Bau, 3. Stock, Raum 352
Helmholtzstr. 10
01069 Dresden
(+49) (0)351 - 463 33200
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